Ein Besuch in 666 Jahre altem Teufelsturm lohnt sich auf für „Nicht-Jecken“
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Klaus Dambachmayr ist Karnevalist durch und durch – und zudem Vorsitzender der Mendener Karnevalsgesellschaft Kornblumenblau. Kein Wunder also, dass er sich zwischen Narrenkappen, Orden und Kostümen wohlfühlt. Doch er weiß eben auch um die geschichtliche Bedeutung des Teufelsturmes, der einst Teil der Mendener Stadtbefestigung war. Neben dem gerade restaurierten Poenigeturm und dem Schmarotzerhaus ist der „Duivelsturm“, wie er einst hieß, eines der wenigen Überbleibsel. „Es ist schade, dass viele Mendener den Turm gar nicht kennen und ihn noch nie von innen gesehen haben“, sagt Klaus Dambachmayr. Viele, die den Teufelsturm kennen, bringen ihn ausschließlich mit dem Karneval in Verbindung. Und auch das bedauert der Jeck. „Wir investieren viel Zeit und Arbeit in den Turm, halten ihn für jeden offen, der ihn sehen will“, sagt Klaus Dambachmayr und schließt die Tür, die in diesen Tagen überarbeitet wird. Es dauert nicht lange, bis der Name Manfred Hamer fällt. Er war es, der die bahnbrechende Idee hatte, den Teufelsturm, der so gut erhalten ist, weil er fast immer genutzt wurde, für karnevalistische Zwecke zu nutzen. Fortan wurden Exponate ausgestellt. Seither hat sich vieles geändert. Klaus Dambachmayr, der bereits mehrere Museen mit Medientechnik eingerichtet hat, hat sich 2006 gemeinsam mit Manfred Gies daran, die Ausstellung neu zu ordnen. „Das war möglich, weil die NRW-Stiftung einen großen Teil dazu beigetragen hat, die Finanzierung zu realisieren“, sagt Klaus Dambachmayr. Und so gibt es jetzt Monitore, auf denen kurze Informationsfilme laufen. Musik und Effekte sorgen dafür, dass die Runde durch den Teufelsturm niemals langweilig wird. Der Turm und seine Geschichte werden ebenso wie die Geschichte des westfälischen Karnevals erlebbar. Es geht nicht nur um das Angucken von Ausstellungsstücken. Damabachmayr ist fest davon überzeugt, „dass man hier eine schöne Stunde verbringen kann“. In jedem Stockwerk erwarten den Besucher andere Themenfelder. Unterschiedlichste Kappen, Orden und Kostüme zeigen, wie vielfältig der Karneval ist und wie facettenreich. So gibt es viele sehr lokale Bräuche – beispielsweise in Delbrück. Dort wird mit Kranzreitern an die Vergangenheit und Spanische Reiterspiele erinnert. Einen Prinz sucht man dagegen vergeblich. Es sind eben diese kleinen Geschichten, die die Runde durch den Turm so faszinierend machen. Immer wieder entdeckt man Neues. Doch auch die Kornblumenblauen lernen gerne Neues. Deswegen war die Freude groß, als der Heimatforscher Heinz Hammerschmidt mit seiner Ehefrau Ursula in den Turm kam. „Er weiß wirklich viel. Es ist zu hoffen, dass künftige Generationen diese Wissen ebenso weitergeben, wie das Heinz Hammerschmidt macht“, zieht Klaus Dambachmayr den Hut. Geöffnet ist der Teufelsturm montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, donnerstags auch von 19.30 bis 22 Uhr. Sonntags ist er von 10 bis 13 Uhr zu besichtigen. Wer eine Führung vereinbaren oder den Turm für eine Feier mieten will, bekommt alle Informationen im Internet unter www.Teufelsturm-Menden.de. Quelle: Hellweger Anzeiger vom 06.08.2011
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